Siebenschläfer mit Bauernregel und Wetter

Siebenschläfertag als Datum für die kommende Wettervorhersage anhand von Bauernregeln

Der Siebenschläfer ist ein nachtaktives Nagetier. Wahrscheinlich erhielt er seinen Namen aufgrund seines siebenmonatigen Winterschlafes, der auch länger andauern kann. Mit der Bauernregel hat er nichts zu tun.

Manchmal wird das Tier in Verbindung gebracht mit den Sieben Schläfern, einer Heiligenlegende aus dem Christentum und dem Islam. Dieser zufolge suchten sieben junge Männer zur Zeit der Christenverfolgung Schutz in einer Höhle. Sie wurden entdeckt und lebendig eingemauert. Trotzdem starben sie nicht, sondern verschliefen 195 Jahre von Gott behütet. Als sie erwachten, bekundeten sie ihren Glauben an die Auferstehung der Toten. Am Tag ihrer Glaubensbekundung, einem 27. Juni, wird auch heute noch ihrer gedacht.

Und genau dieser Tag ist der wohl bekannteste im Kalender der Bauernregeln. Im Volksglauben ermöglicht der Siebenschläfertag Wetterprognosen für die nächsten sieben Wochen. Und auch wenn unterschiedliche Varianten existieren, sagen sie alle eines voraus: Wenn es am 27. Juni regnet, regnet es die nächsten sieben Wochen. "Regnet’s am Siebenschläfertag, der Regen sieben Wochen nicht weichen mag." Im Gegensatz dazu verspricht ein sonniger Siebenschläfertag für die folgenden Wochen Sonnenschein. In gereimter Form liest sich das so: "Scheint am Siebenschläfer Sonne, gibt es sieben Wochen Wonne." Dass die Bauernregel sich auf die Heiligenlegende bezieht, beweist folgender Ausspruch: "Werden die sieben Schläfer nass, regnet’s ohne Unterlass." Statistischen Untersuchungen zufolge trifft das nicht unbedingt auf den Siebenschläfertag zu, aber immerhin in Süddeutschland zu etwa 60 Prozent in der ersten Juniwoche. Ein Zusammenhang wird mit dem Jetstream vermutet, der das maritime Wetter in Norddeutschland nicht beeinflusst. Deshalb ist die Wahrscheinlichkeit, dass "das Wetter am Siebenschläfertag sieben Wochen bleiben mag" dort eher gering.

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