Ypern in Belgien gab es Bunkeranlage im 1. Weltkrieg

Ypern als Schlachtfeld vor dem Gas-Krieg und der unterirdische Tunnel

Bereits 1915, als die Fronten noch nicht absolut festgefahren waren, begonnen deutsche und alliierte Truppen damit sich vor Ypern einzugraben, um von dort aus weitere Angriffe zu planen. Diese neu ausgehobenen Stellungen in Belgien boten den Soldaten beider Parteien jedoch nicht im Geringsten den Schutz, mit dem die jeweiligen Heeresleitungen rechneten.Die Kriegsführung war zu dieser Zeit größtenteils noch dieselbe, wie im deutsch-französischen Krieg von 1870/71 und wurde den neuen technischen Möglichkeiten der Kriegsführung einfach nicht mehr gerecht. Wenn 1871 (im Durchschnitt) auf 350 Soldaten ein Geschütz kam, waren es 1914 nur noch 60 Soldaten, denen ein viel moderneres Geschütz gegenüberstand. Rein theoretisch konnte ein einziges Feldartillerieregiment von 1915 innerhalb von nur drei Monaten genau so viele Granaten abfeuern, wie die gesamte deutsche Artillerie 1870/71 verschossen hatte.

Da Ypern ein sehr flacher Landstrich war, gab es dort kaum Schutz vor den tausenden Tonnen an Stahl, die täglich auf das Schlachtfeld niedergingen. Die Stadt Ypern wurde damals komplett in Schutt und Asche gelegt, sodass kein Stein mehr da stand wo er mal war. Zum Leidwesen der Soldaten, denn nicht mal die bereits vorhandenen Befestigungen konnten den schweren und modernen deutschen Geschützen standhalten. Das war der Grund dafür, dass britische und neuseeländische Pioniere 1917 damit begonnen dort ein riesiges unterirdisches Tunnelsystem aus Bunkeranlagen anzulegen, in dem zeitweise über 35.000 Soldaten platz fanden.

Trotzdem fanden auf dem Schlachtfeld Ypern eine halbe Millionen Menschen den Tod, denn vor dem 1915 erstmals eingesetzten Giftgas (erst Chlorgas, dann Senfgas) boten auch viele Meter tiefe unterirdische Befestigungsanlagen keinen Schutz.

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