Vulva als Kunst im Vulva Museum Düsseldorf

Künstlerische Darstellungen der weiblichen Genitalien im "The Original Vulva Museum"

Die Abbildung des weiblichen Geschlechts ist längst zum Gegenstand der Kunst geworden. Die jahrtausendelange künstlerische Darstellung der äußeren weiblichen Geschlechtsteile erzählt eine Geschichte, die von der Mythologie über die Freude an Sinnlichkeit bis zur Prüderie reicht.

Eine umfangreiche Sammlung von künstlerischen Darstellungen der Vulva unter dem Titel The Original Vulva Museum ist im Internet zugänglich. Zur der ausgesprochenen Absicht, einen positiven Bezug zu setzen, gehört die Präsentation unterschiedlichster Bearbeitungen des Themas ebenso wie die Erklärung von Sinnfiguren, z.B. der Baubo. Die Exponate reichen von mythologischen Reliefszenen bis hin zu künstlerischen Arbeiten moderner Kunstschaffender. Neben Zeichnungen und Gemälden finden sich auch textile Arbeiten ebenso wie eine originelle gefaltete Origami-Arbeit aus einem Geldschein. Ein Angebot vertiefender Literatur bietet die Möglichkeit, sich eingehender mit Einzelthemen auseinanderzusetzen.

Mit den unterschiedlichen Hintergründen und Ausformulierungen des Themas beschäftigte sich die Ausstellung "Diana und Actaeon - der verbotene Blick auf die Nacktheit" im museum kunst palast in Düsseldorf. Hier wurde der Blick auf die weibliche Nacktheit verbunden mit der leitmotivisch anklingenden Frage, was dem Blick preisgegeben werden darf und was besser bedeckt bleiben sollte. An etwa 300 Werken von mehr als 200 Künstlern wurde die jeweilige zeitgebundene Antwort verfolgt; über die Positionen aus Antike und Renaissance bis hin zu zeitgenössischen Aussagen. Die einmalige Zusammenstellung dieser auf Düsseldorf beschränkt gebliebenen Ausstellung ermöglichte ein Abschreiten kulturhistorischer und kunstgeschichtlicher Themenkomplexe, in deren Spannungsfeld die Darstellung der Nacktheit ihren Ort findet: Sinnlichkeit, Koketterie, Keuschheit, Exhibitionismus und Erotik bis hin zu Pornographie und Prüderie. Der Katalog zur Ausstellung ist 2008 im Verlag Hatje Cantz erschienen und noch im Handel erhältlich.

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